Der Geruchssinn dient uns als deutliches Warnsignal und war in rauer Vorzeit überlebenswichtig. Denn neben den äußerlich sichtbaren Anzeichen eines giftigen oder verdorbenen Lebensmittels, gaben unseren Vorfahren vor allem der Geruchs- und Geschmackssinn Hinweise darauf, ob es Verzehrbar war.[1] Andersherum kann der Geruchssinn auch appetitanregend wirken.

Sinnesanregungen

“bunte Teller”

„Hmmm, es duftet nach Weihnachten“.
Bezüglich des Geruchssinns bietet die Weihnachtszeit viele Düfte, die wir über viele Jahre hinweg gelernt haben und direkt mit Weihnachten verbinden.
Kleiner Test: Zimt, Sternanis, Orangen, Mandarinen, Nelken, Glühwein/Punsch, gebrannte Mandeln… Wer hat jetzt nicht an Weihnachten gedacht? 😉
Gerade auch für die Kleinen ist Weihnachten immer eine besondere Zeit. Plätzchen werden gebacken, der Weihnachtsbaum wird dekoriert und an Weihnachten gibt es natürlich Geschenke. Eine tolle Idee, um typische Weihnachtsleckereien geschmacklich und auch über das Riechen spielerisch wahrzunehmen ist die gemeinsame Gestaltung eines „bunten Tellers“.

Hierfür benötigt ihr typische Lebensmittel für einen bunten Teller, wie Mandarinen, Nüsse, Lebkuchen, Plätzchen, Schoko-Nikoläuse, Tannen-zweige, eine Weihnachtskerze etc., aber auch Dinge, die nicht mit Weihnachten zu tun haben (Gummibärchen, Banane, Tomaten, Chips o.ä.). Die Kinder sollen nun zuerst an den einzelnen Dingen riechen und entscheiden, ob diese auf den „Weihnachtsteller“ gehören oder nicht. Je nach Alter kann versucht werden die verschiedenen Düfte zu benennen. Am Ende entsteht ein toller bunter Teller, der natürlich auch gemeinsam mit der Familie vernascht werden darf.   Viel Spaß dabei!


[1] Vgl. Rehner G., Daniel H. (2010). Wahrnehmung des Geschmacks und des Geruchs der Nahrung. In: Biochemie der Ernährung. Seiten 199 / 216.  Spektrum Akademischer Verlag URL: https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-8274-2217-0_3 abgerufen am: 23.11.2020.

 

„Nur riechen“ (Alter: ab 3 Jahren, Zeit: 10 Minuten)

Material: Obst und Gemüse, beides sollten gut riechende Eigengerüche haben. z.B. Orange, Paprika, Apfel, Banane, Tomate, Paprika oder Sellerie.

Da wir unseren Geruchssinn auch dafür verwenden Lebensmittel zu erkennen und herauszufinden, ob sie noch genießbar sind, können wir mit Kindern sehr einfach üben Lebensmittel zu kennen. Je nach Erfahrung kann das für Kinder unterschiedlich schwierig sein.

Dadurch lernen Kinder außerdem die richtigen Worte mit den Geruchseindrücken zu verbinden. Eine Banane riecht süß, ein Braten riecht herzhaft und Sellerie riecht…ja wie denn eigentlich?

Dafür muss ein Kind die Augen zu haben und entweder du oder ein anderes Kind hält dem ersten dann ein Lebensmittel vor die Nase. Das Kind, welches gerade am Raten ist, darf dabei nicht sehen was es erriechen soll.

Kennt das Kind, was es riecht und kann es das auch mit Worten beschreiben? Um verschiedene Eindrücke von dem Geruch zu bekommen, können auch verschiedene Atemtechniken eingesetzt werden. Zuerst kann normal geatmet werden, dann ein tiefer Atemzug durch die Nase genommen werden. Und wenn es ganz viele, schnelle Atemzüge nimmt, kommt der Duft wieder anders an die Duftrezeptoren in der Nase.[1]

 



[1] Vgl. Walter, G. Heinlein, K. 2011. Kinder entdecken ihre 7 Sinne. Chemielabor mit Staubfilter.  Bd. 1. Ökotopia S. 95